HERKULES, LEIER UND SCHWAN KÜNDEN VOM SOMMER

Tipps für die Himmelsbeobachtung im Mai

Alles neu macht der Mai, heißt es, und so tut sich am Firmament über unseren Köpfen im Wonnemonat Mai sehr viel. Von welchen Sternbildern und Planeten wir uns verabschieden, und welche Sterne als Vorboten des Sommers den nächtlichen Himmel über Berlin beleben, verraten wir Euch hier.

Der Sternenhimmel im Mai

Am Sternenhimmel ist Schichtwechsel: Während die Frühlingssternbilder Jungfrau, Löwe und vor allem der Krebs in den Westen wandern und den Sommersternen Platz machen, stehen die Protagonisten des Frühsommers schon in den Startlöchern. Hoch im Osten ist Herkules zu sehen, das fünftgrößte Sternbild am Himmel. Gerade der Frühsommer ist die beste Zeit, um es zu beobachten, denn dann erreicht es seinen höchsten Stand am Himmel. Tief im Nordosten künden Leier und Schwan den Sommer an. Wenn Ihr bei dem Sternbild der Leier an ein Musikinstrument denkt, dann liegt Ihr richtig. Schon die alten Griechen erkannten in diesem kleinen Sternbild mit der strahlenden Wega und dem von vier weiteren Sternen gebildeten Parallelogramm eine antike Lyra. Als hellster Stern des frühsommerlichen Nachthimmels überstrahlt Arktur hoch in südlicher Richtung im Sternbild des Bootes (Bärenhüter) alle anderen Sterne. Im Mai dürft Ihr außerdem den Kopf wieder weit in den Nacken zurücklehnen, denn der Große Wagen bzw. die Große Bärin stehen fast senkrecht über unseren Köpfen.

Planeten über Berlin – Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn

Alle Fans des Merkur aufgepasst: In der ersten Maihälfte gibt es die seltene Gelegenheit, diesen scheuen Planeten zu sichten. Man nennt ihn auch den flinken Planeten, denn er zeigt sich kurz nach Sonnenuntergang nur für ca. eine dreiviertel Stunde knapp über dem Nordwesthorizont. Besonders gut könnt Ihr ihn in der Zeit vom 10. bis 17. Mai beobachten, wenn er seinen Winkelabstand zur Sonne stetig vergrößert. Wir drücken die Daumen, dass die Sichtverhältnisse mitspielen!

Ab Mitte Mai erscheint dann ein anderer Stern dicht über dem Nordwesthorizont im Sternbild des Stieres: Venus, Namenspatronin der römischen Göttin der Liebe, erobert den nächtlichen Himmel und baut – noch schüchtern – ihre Position als Abendstern aus. Ein anderer Planet zieht sich dagegen vom sommerlichen Himmelstreiben allmählich zurück: In der Zeitspanne zwischen Beginn der Dunkelheit und seinem Untergang vor Mitternacht könnt ihr im Westen noch letzte Blicke auf den Mars erhaschen, bevor er sich endgültig vom aktuellen Himmelgeschehen verabschiedet. Obwohl er im Laufe des Monats Mai weiter an Helligkeit einbüßt, wird er aber seinem Namen als roter Planet gerecht.

Freuen dürft Ihr Euch auf Jupiter, den Planeten für alle Frühaufsteher, der sich in den frühen Morgenstunden deutlich über dem Südosthorizont zeigt. Wir empfehlen Euch, kurz vor Sonnenaufgang gegen 04:30 Uhr den Blick Richtung Südosten zu wenden und den Anblick des größten Planeten unseres Sonnensystems im Sternbild des Wassermanns zu genießen. Und wenn Ihr genau hinschaut, könnt Ihr an seiner rechten Seite noch Saturn entdecken.

Farbspiele des Mondes

Im April hatte uns ein beeindruckender pinkfarbener Supermond in seinen Bann gezogen. Am 26. Mai zeigt sich bereits der nächste Supermond, der sich der Erde sogar noch ein wenig weiter annähert. Sein großes und helles Erscheinungsbild insbesondere bei Mondaufgang und Monduntergang mag uns darüber hinwegtrösten, dass die totale Mondfinsternis und das damit verbundene spektakulärere Schauspiel eines sogenannten Blutmondes für uns in Europa leider verborgen bleibt. Die Streuung des roten Anteils des Lichts durch die Erdatmosphäre lässt den Mond beim Durchwandern des Erdschattens rot erscheinen.

 

Welche weiteren Sternbilder, Himmelsobjekte und Planeten Ihr im Mai entdecken könnt, verrät Euch unsere aktuelle Sternkarte, die Ihr hier herunterladen und ausdrucken könnt: Sternkarte Mai 2021.

Viel Spaß bei der Himmelsbeobachtung!

Carola von Gra… | 05.05.2021