Der Sternprojektor des Planetariums am Insulaner © SPB / Foto: Dr. M. Staesche

Technik und Instrumente
Planetarium am Insulaner / Wilhelm-Foerster-Sternwarte

Planetariumstechnik

Das Planetarium am Insulaner arbeitet mit einem sogenannten Hybridsystem, das Sternprojektor und 360°-Fulldome-Projektion miteinander kombiniert. Dadurch sind einmalige dreidimensionale Visualisierungen möglich.

Um den Sternenhimmel in die 20m-Kuppel zu projizieren, kommt ein historischer Planetariumsprojektor vom Typ Zeiss Vb aus dem Jahr 1965 zum Einsatz, der insgesamt über 8.900  Sterne erzeugen kann. Zusatzgeräte können außerdem Kometen, Sternschnuppen, Koordinatensysteme oder Mond-und Sonnenfinsternisse darstellen.

Mit dem powerdome®VELVET System der Firma Zeiss werden seit 2010 Bilder und Videos mit acht ZEISS VELVET Videoprojektoren für die 360°-Fulldome-Projektion in die Kuppel projiziert. Die Verbindung aus analogem Sternprojektor und digitalem Planetarium ermöglicht es den Besuchern nicht nur die Sterne von der Erde aus zu sehen, sondern auch die Erde und das Sonnensystem zu verlassen und dreidimensional durch das Universum zu reisen. Die auf astronomischen Datenbanken basierende 3D-Software visualisiert das gesamte beobachtbare Universum. Auch wissenschaftliche und kulturelle Veranstaltungen werden durch den Einsatz von 360°-Fulldome-Projektionen zu einem einzigartigen visuellen Erlebnis.

Der Laser ist ein Diodenlaser der Firma Omicron-Laserage. Steuerung und Effektbänke, ebenfalls von Omicron-Laserage, stammen von 1997. Momentan ist der Laser aus technischen Gründen selten im Einsatz und wird hauptsächlichen bei Sonderveranstaltungen mit bereits programmierten Laser-Kurzclips genutzt.

Sternprojektor und Laser-Show im Planetarium am Insulaner © SPB / Foto: Dr. M. Staesche
Sternprojektor und Laser-Show im Planetarium am Insulaner © SPB / Foto: Dr. M. Staesche

Instrumente der Wilhelm-Foerster-Sternwarte

Bamberg-Refrakor

Das Hauptinstrument der Wilhelm-Foerster-Sternwarte ist der sogenannte Bamberg-Refraktor, ein 12-Zoll-Linsenfernrohr mit einer Brennweite von fünf Metern. Es wurde 1889 von der Firma Carl Bamberg in Berlin-Friedenau für die neu gegründete Urania gebaut. Das Fernrohr hat mit seiner Montierung ein Gewicht von 4,5 Tonnen, kann aber dennoch leicht mit einer Hand bewegt werden. Bei den öffentlichen Führungen in der 11 Meter großen Kuppel der Sternwarte wird je nach Bedarf mit 70- bis 700-fachen Vergrößerungen gearbeitet.

6-Zoll-Doppelrefraktor

Ein 6-Zoll-Doppelrefraktor (Linsendurchmesser ca. 15,25cm) befindet sich in der mit fünf Metern Durchmesser kleinsten Kuppel der Wilhelm-Foerster-Sternwarte. Dieses Fernrohr, mit einer Brennweite von 2,25 Metern, dient ausschließlich Amateurbeobachtungen. Bemerkenswert ist die Optik in einem der Teleskope, die mit einem 3-linsigen ZEISS-B-Objektiv eine herausragende Abbildungsqualität und Bildschärfe besitzt. Das zweite Teleskop des Doppelrefraktors ist mit einem 15cm-Objektiv von Wolfgang Busch mit 2,3 Meter Brennweite ausgestattet. Daneben ist ein weiteres Refraktorteleskop montiert: ein 12cm Refraktor mit 1,82 Meter Brennweite zur Sonnenbeobachtung im Licht der H-Alpha Wasserstofflinie, der mit einem Halle-Lyot Filter ausgerüstet ist.

ZEISS RC-Spiegelteleskop

Die 7m-Kuppel der Sternwarte beherbergt ein ZEISS RC-Spiegelteleskop mit einer Öffnung von 75cm. Die Brennweite beträgt 5,6 Meter, die Antriebe sind computergesteuert. Das Spiegelteleskop mit seiner hervorragenden Abbildungsqualität wurde sowohl bei Führungen als auch bei Amateurbeobachtungen, insbesondere für die Astrofotografie, eingesetzt. Momentan ist das Instrument nicht in Betrieb, da eine umfassende Instandsetzung notwendig ist.

Der Bamberg-Refraktor in der Wilhelm-Foerster-Sternwarte © SPB / Foto: M. Staesche
Der Bamberg-Refraktor in der Wilhelm-Foerster-Sternwarte © SPB / Foto: Dr. M. Staesche