Planetariumssaal © SPB / Foto: F.-M. Arndt

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technik

Zeiss-Großplanetarium

Planetariumstechnik

Sternprojektor: ZEISS UNIVERSARIUM Modell IX

Seit 2016 ist ein Sternprojektor vom Typ ZEISS UNIVERSARIUM Modell IX das neue Herzstück des Zeiss-Großplanetariums. Er wurde speziell für das Haus modifiziert und projiziert den nächtlichen Sternenhimmel mit natürlicher Brillanz an die 23-Meter-Kuppel. Zusätzlich zeigen acht Planetenprojektoren die Bewegungen der Wandelsterne am Firmament. Ergänzt wird der Sternprojektor außerdem um ein mehr-kanaliges, digitales Projektionssystem mit zehn ZEISS VELVET Videoprojektoren für die 360°-Fulldome-Projektion, die ein kuppelfüllendes Videobild erzeugt. Die Kombination des neuen Sternprojektors mit einer hochauflösenden Fulldome-Projektion setzt technisch und inhaltlich europaweit neue Standards. Die Besucher*innen können nicht nur die Sterne von der Erde aus sehen, sondern auch die Erde und das Sonnensystem verlassen und dreidimensional durch das Universum zu reisen. Computeranimationen geben Einblicke in die Geburt und den Tod der Sterne, dreidimensionale Flüge erlauben die Erkundung der Planetenoberflächen und in Zeitraffung kann die Kollision ganzer Galaxien simuliert werden. Die auf astronomischen Datenbanken basierende 3D-Software visualisiert das gesamte beobachtbare Universum, so dass wir auf einem Streifzug bis zum Rand des uns bekannten Universums vordringen und die großen astronomischen Zusammenhänge anschaulich erklären können.

3D-Sound

Das Spatial Sound Wave-System, das von dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT entwickelt wurde, sorgt für ein beeindruckend räumliches Klangerlebnis. 49 Lautsprecher und 4 Subwoofer ergeben mit dem neu installierten Ganzkuppelprojektionssystem eindrucksvolle dreidimensionale Welten für Auge und Ohr.

Sternprojektor Zeiss Universarium Modell IX © SPB / Foto: F.-M. Arndt
Auch der neue Sternprojektor (Zeiss Universarium Modell IX) steht auf einer Hubplattform und kann im Boden versenkt werden. © SPB / Foto: F.-M. Arndt

Historischer Sternprojektor: ZEISS COSMORAMA

Der hantelförmige Sternprojektor Cosmorama der Firma Zeiss bildete von der Eröffnung des Zeiss-Großplanetariums im Jahr 1987 bis zur Modernisierung 2014 das Herzstück des Hauses. Er kann heute im Foyer besichtigt werden. Der im Fußboden versenkbare Projektor konnte den Sternenhimmel naturgetreu darstellen, alle Sternbilder figürlich in die Kuppel projizieren sowie Planeten einblenden. Der Cosmorama zählte zu den ersten computergesteuerten Projektoren: Er konnte sowohl manuell über ein Bedienpult als auch vollständig automatisiert über Computer gesteuert werden.

An den äußeren Enden des Cosmorama sitzen zwei Fixsternkugeln, die über insgesamt 32 Projektionslinsen verfügen und jeweils den nördlichen bzw. südlichen Sternenhimmel in den Kuppelsaal projizieren. Die eigentlichen »Sterne« wurden mithilfe durchlöcherter Kupferfolien erzeugt – jedes Loch entspricht einem Stern in genau der richtigen Helligkeit und an der richtigen Position. Auf diese Weise wurden insgesamt 9.200 künstliche Sterne am Kuppelhimmel dargestellt. Die kleineren Kugeln dienten zur Projektion der Sternbilder. Die Gittertürme, auf denen die Fixsternkugeln befestigt sind, beinhalten die Projektoren für Planeten, Sonne und Mond. Spezielle Zahnradgetriebe ermöglichten es, Planetenkonstellationen mit großer Genauigkeit nachzustellen. Die große Kugel im Zentrum des Cosmorama beherbergt die Steuermotoren, die das Gerät um drei Achsen drehen können. Unterhalb der Sockelplatte waren außerdem zwölf Panoramaprojektoren angebracht, die zur Erzeugung verschiedener Horizontpanoramen, z.B. von Städten, Landschaften und anderen Planeten, dienten.

Zeiss Cosmorama © SPB / Foto: F.-M. Arndt
Der historische Sternprojektor vom Typ Zeiss Cosmorama kann im Foyer besichtigt werden. © SPB / Foto: F.-M. Arndt

Modernisierung 2014 - 2016

Zwischen April 2014 und Juni 2016 wurden umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt, die das Zeiss-Großplanetarium wieder zum technisch modernsten Sterntheater Europas machten. Möglich wurde dies durch Sondermittel des Landes Berlin und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Während dieser Zeit blieb das Zeiss-Großplanetarium geschlossen.

Vom Eingangsbereich bis zur Projektionskuppel wurden zahlreiche Neuerungen vorgenommen. Diese umfassten u.a. eine Schadstoffsanierung, die akustische Dämmung der Kuppel, den Einbau eines neuen Sternprojektors und modernster digitaler Projektionstechnik, die Erneuerung der Klimaanlage, die Digitalisierung des Kinos sowie die Verbesserung des Brandschutzes und die Renovierung des Foyers.

Projektförderer

Für die Erneuerung der Medientechnik und die baulichen Maßnahmen stellte das Land Berlin die Mittel zur Verfügung. Die Instandsetzung der Planetariums- und Kinobestuhlung sowie die Renovierung des Foyer-Bereiches wurden von der Europäischen Union (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) und dem Land Berlin finanziert.

Logos Projektförderer

 

 

 

Unsere Projektpartner bei der Modernisierung waren:

Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), DU Diederichs Projektmanagement AG & Co. KG und OBERMEYER Planen + Beraten GmbH

Logos Projektpartner Modernisierung

Kinosaal im Zeiss-Großplanetarium © SPB / Foto: F.-M. Arndt
Auch im Kino des Zeiss-Großplanetariums fanden umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen statt. © SPB / Foto: F.-M. Arndt