LAUSCHIGE SOMMERNÄCHTE UND EINE SONNENFINSTERNIS

Tipps für die Himmelsbeobachtung im Juni

Lauschig kurze Sommernächte und ausgedehnte Tage im Freien – das ist der perfekte Juni. Im Monat mit den längsten Tagen findet das spektakulärste Himmelsereignis folgerichtig mitten am Tage statt: Am 10. Juni dürfen wir uns um die Mittagszeit auf eine partielle Sonnenfinsternis freuen. Was da genau geschieht und was sich sonst noch im Juni am Himmel über unseren Köpfen abspielt, verraten wir Euch hier im Blog.

Der Sternenhimmel im Juni

Am Sternenhimmel haben sich im Juni endgültig die Sommersternbilder durchgesetzt: Schwan, Leier und Adler dominieren nun den Osthimmel. Wenn Ihr den Blick Richtung Süden wendet, könnt Ihr dort hoch am Himmel das große, aber dennoch unauffällige Sternbild Herkules entdecken. Eine seiner Besonderheiten: der berühmte Kugelsternhaufen M13, der mit etwas Glück sogar mit bloßem Auge „als mattes Fleckchen“ zu erkennen ist. Noch ist Arktur im Sternbild des Bootes der hellste Stern am Abendhimmel, doch in Gestalt der strahlenden Wega steht die Konkurrenz schon parat. Und der Große Wagen bzw. die Große Bärin nähert sich dem Horizont.

Planeten über Berlin – Venus, Mars, Jupiter und Saturn

Merkur hat sich im Mai verabschiedet und seinen Kolleg*innen das Himmelszelt überlassen. Ihre Position als Abendstern weiter ausgebaut hat Venus, sie zeigt sich allerdings nur in einer sehr kurzen Zeitspanne dicht über dem Nordwesthorizont unmittelbar nach Sonnenuntergang. In ihrem Schlepptau entdecken wir als lichtschwächeren, roten Punkt den Planeten Mars und wie Venus macht sich auch der rote Planet rar, denn vor Mitternacht ist er schon wieder im Nordwesten untergetaucht. Unsere treuesten Begleiter in den kurzen Juninächten und frühen Morgenstunden sind die beiden Planeten Jupiter und Saturn. Eine Stunde nach Mitternacht erscheinen sie am südöstlichen Himmel – Saturn immer ein paar Schritte voraus – und erst die aufgehende Sonne vertreibt sie dann wieder vom Firmament.

Das astronomische Top-Ereignis im Juni: die partielle Sonnenfinsternis am 10. Juni

Der allerwichtigste Hinweis gleich zu Beginn: Schaut nie direkt in die Sonne! Um dieses beeindruckende Erlebnis sicher und ohne bleibende Augenschäden zu genießen, braucht Ihr eine zertifizierte Schutzbrille, eine sogenannte SoFi-Brille. Über Berlin ereignet sich die partielle Sonnenfinsternis am 10. Juni exakt von 11:36 Uhr bis 13:43 Uhr; partiell wird sie genannt, da eben nur ein Teil der Sonne verdeckt wird, genauer gesagt hier über Berlin 13,4 % ihrer Fläche.

An anderen Orten auf der Welt – in Kanada und Grönland etwa – ist die Finsternis vollständig sichtbar, aber auch hier erleben die Menschen keine totale Sonnenfinsternis. Durch die große Entfernung vom Mond zur Erde erscheint er kleiner als die Sonne, so entsteht ein Lichtring um den Mond und wir sprechen von einer ringförmigen Sonnenfinsternis.

In unserem Blog werden wir Euch ganz bald noch mehr Informationen zur Sonnenfinsternis bieten. Und am 10. Juni von 11:15 – 13:15 Uhr laden wir Euch ein, dieses Ereignis gemeinsam mit uns im Livestream auf YouTube zu beobachten. Wir freuen uns, wenn Ihr dabei seid! Link zum Livestream: www.youtube.com/stiftungplanetariumberlin.

Die Nacht zum Tag machen: Sommersonnenwende

Meteorologisch und astronomisch betrachtet, ist der Juni ein entscheidender Monat. An was denkt Ihr bei diesem Monat als Erstes? Vielleicht an die ein oder andere Bauernregel, die den Juni zum Gradmesser macht für eine gute oder schlechte Ernte, die gefürchtete Schafskälte, den Siebenschläfertag? Ganz sicher denkt Ihr an die Mittsommerwende oder Sommersonnenwende, wenn die Sommersonne am 22. Juni in den frühen Morgenstunden den höchsten Punkt ihrer Laufbahn erreicht und der Tag mit fast 17 Stunden nahezu nicht enden will. Wenn das kein Grund zum Feiern ist: der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Nach astronomischer Definition markiert die Sommersonnenwende den kalendarischen Sommeranfang, für die Meteorologen beginnt der Sommer sogar schon ein paar Wochen früher. Dieses Datum markiert noch einen anderen Wendepunkt: Ab jetzt werden die Nächte wieder länger, zwar noch unmerklich, aber unaufhaltbar. Genießen wir also die Wärme und das Licht, ehe die Sonne am Horizont verschwindet.

Welche weiteren Sternbilder, Himmelsobjekte und Planeten Ihr im Juni entdecken könnt, verrät Euch unsere aktuelle Sternkarte, die Ihr hier herunterladen und ausdrucken könnt: Sternkarte Juni 2021.

Viel Spaß bei der Himmelsbeobachtung!

Carola von Gra… | 31.05.2021